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Die Burg Neu-Leiningen

Malerisch breitet sich auf dem nördlichen Ausläufer der Haardt das romantische Dorf Neuleiningen aus. Seine Existenz geht auf die Gründung einer Burg vor rund 750 Jahren zurück. Friedrich III., Graf von Leiningen, (1234-1287) ließ diese zum Schutz seiner etwa sechs Kilometer tief im Tal entfernten Stammburg in den Jahren zwischen 1238 und 1241 errichten. Er nannte sie Neu-Leiningen. Etwa zu gleicher Zeit und zu gleichem Zweck entstand die auf der gegenüber liegenden Bergseite befindliche Burg Battenberg.

Graf Friedrich war über seine Gemahlin Adelheid Gräfin von Kyburg mit dem späteren König Rudolf I. von Habsburg verwandt. Durch diese Beziehung kam er wohl mit der südländischen Bauweise in Berührung. Das veranlasste ihn, einen völlig neuen Baustil in seiner Heimat einzuführen. Der Stil geht auf burgundisch-römische Einflüsse zurück, sogar eindeutig auf die Bauweise eines römischen Kastells und wird durch vier runde, vorspringende Ecktürme und eine quadratische Ringmauer gekennzeichnet.

Die Burg, im Stil der Hochgotik erbaut, nahm eine hervorragend strategische Stellung ein und beherrschte den Taleingang sowie die Ebene.

 

Die heutige Kirche St. Nikolaus war einst die Burgkapelle.

Die Burg- und Stadtmauer wurden in einem Zug errichtet.

 

Entlang der südlichen Umfassungsmauer stand der zweite Palast. Er gehörte dem Bischof von Worms. Bereits seit 1308 war Neu-Leiningen bischöfliches Lehen. Über die halbe Burg verfügte die Geistlichkeit, zu der auch ein beträchtlicher Waldanteil gehörte. In Erinnerung an die geteilten

Besitzverhältnisse führt Neuleiningen heute noch neben dem Leininger Adler auch den Wormser Bischofschlüssel in seinem Ortswappen.

Der Palast des Bischofs war noch durch das ganze 18. Jahrhundert über erhalten, denn der Angriff und die Zerstörung von 1690 galt nur dem Grafen von Leiningen und nicht dem Episkopus. Das stattliche Gebäude mit einem „verzierten Saal“ darin findet schon in der älteren Literatur Erwähnung. 1806 wurde es wegen Baufälligkeit abgebrochen. Nur der Gewölbekeller blieb erhalten. Heute befindet sich darin die Burgschänke. Vom Burghof aus ist das Museum zu erreichen, das im Süd-Ost-Turm untergebracht ist. Der Turm selbst ist zu besteigen. Von dessen Wehrplatte hat man eine grandiose Aussicht sowohl über das Dorf im Tal, zu unserem „Haus Sonnenberg“ und in die Rheinebene.

Bereits im Jahre 1350 erhielt Neuleiningen Stadtrechte.

Die Burg Neuleiningen wurde im Bauernkrieg nicht zerstört. Eva Gräfin zu Leiningen-Westerburg (1481-1543), der die Burg zur Nutznießung von ihrem Bruder Cuno II. zugewiesen worden war, überlistete die anstürmenden Bauern. Sie ließ das Tor öffnen und bat die randalierenden Gesellen zu Tisch. Nach einem fürstlichen Mahl zogen sie friedlich wieder den Berg hinunter und nahmen sich schließlich eine andere Burg vor. Frauen sind eben doch die besseren Diplomaten.

 
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